Rückblick auf die erste Hochzeitssaison mit der Canon EOS 5D Mark IV

Vor gut einem Jahr hat Canon die digitale Spiegelreflexkamera Canon EOS 5D Mark IV vorgestellt. Zu Beginn dieses Jahres habe ich mir die Kamera dann als Ersatz für meine Canon EOS 7D zugelegt. Nun liegt meine erste Saison als Hochzeitsfotograf mit der Canon EOS 5D Mark IV im Gepäck hinter mir. Ob sich die Investition von fast 4000 Euro bezahlt gemacht hat, fasse ich in den folgenden Zeilen zusammen.

Quantensprung mit neuer Technik

Die Anschaffung einer neuen Kamera war überfällig. Ganze sieben Jahre lang war die Canon EOS 7D mein treuer Begleiter. Die Zahl der Auslösungen lässt sich nur schwer schätzen und bei der 7D nur sehr aufwändig auslesen, doch die 100.000er-Marke wurde locker geknackt.

Neuer Bildlook im Vollformat

Mit der Canon EOS 5D Mark IV habe nun endlich auch den längst überfälligen Sprung ins Vollformat geschafft. Der Bildlook ist gleich ein ganz anderer.

Der erste Einsatz der Canon 5D Mark IV bei einer Hochzeit. 35 mm, f/1.6, ISO 100, 1/3200 sek.

Die Vorzüge eines Vollformats gegenüber eines Crop-Formats liegen meines Erachtens nach auf der Hand. Auch wenn das Crop-Format durch die spiegellosen Kameras von Fuji & Co. momentan auf der Beliebtheitsskala bei Hochzeitsfotografen steigt, ich möchte das Vollformat nicht mehr missen.

ISO-Rauschen kein Thema mehr

Die Canon EOS 7D hatte ihre Vorzüge. Aber beim Rausch-Verhalten im High-ISO-Bereich kam die Kamera an ihre Grenzen. Bilder mit ISO 6400 waren kaum zu gebrauchen. Von daher musste ich bei Hochzeiten zu späterer Stunde zwangsläufig auf den Aufsteckblick Metz MB 50 AF-1 zurückgreifen.

Ich bin kein Blitz-Fan. Der Fotograf fällt sofort auf, da er unweigerlich Lichtsignale sendet. Außerdem sind die Bilder oft flach und die Bildstimmung an der Location kommt nicht rüber. Ich arbeite lieber ohne Blitz. Ich knipse gerne aus zweiter oder dritter Reihe, um natürliche Posen und Stimmungen einzufangen.

Die Canon EOS 5D Mark IV macht das zum Glück möglich. Auch Bilder mit ISO 32.000 sind brauchbar, auch wenn sie nachher via Adobe Photoshop Lightroom noch etwas entrauscht werden müssen.

Doch die Kombination aus gutem Rauschverhalten der Canon EOS 5D Mark IV und dem recht guten Tool in Adobe Photoshop Lightroom sind für mich als Hochzeitsfotograf da voll auf meiner Seite.

Partyfoto im High-ISO-Bereich: 200mm, f/2.8, ISO 32.000, 1/400 sek.

Zeit für einen neuen Objektiv-Park

Mit dem Umstieg auf die Canon EOS 5D Mark IV reformiere ich auch meinen Objektiv-Park. Ich möchte weg von Zoom-Objektiven, hin zu Festbrennweiten.

So habe ich bereits seit letztem Jahr sehr gerne das Sigma 35 mm f/1,4 Art für Porträtaufnahmen im Einsatz. In diesem Jahr ist dann das Sigma 20mm F1,4 Art als Weitwinkel-Objektiv hinzugekommen. Es ersetzt mein alt gedientes Tokina ATX 12-24mm/4 Pro. Dieses Objektiv ist ausschließlich für Crop-Format-Kameras geeignet.

Weitwinkel-Objektive setze ich gerne bei Totalen der Location oder bei großen Gruppenfotos ein. Das Sigma 20mm F1,4 Art überzeugt mich voll und ganz: Lichtstark und gestochen scharf.

Als weiteres Porträt-Objektiv darf das Canon EF 85mm/ 1,8 nicht fehlen. Es wird aber voraussichtlich 2018 durch das Sigma 85mm F1,4 Art ersetzt.

Nur noch als Backup müssen in meiner Fototasche das Canon EF 24-70mm 1:2.8L sowie das Sigma 70-200 mm F2,8 verweilen.

Kleine Zickereien

Die Hochzeitssaison mit 14 großen Aufträgen verlief größtenteils störungsfrei – bis auf die letzte Hochzeit im Oktober. Zu späterer Stunde zickte die Canon EOS 5D Mark IV auf einmal.

Problem 1: Der Auslöser versagt

Nach fast zwölf Stunden Dauerbelastung bockte die Kamera beim Fotografieren auf der Tanzfläche. Der Auslöser verweigerte seinen Dienst. Schock. Kurz Akku raus und wieder rein. Weiter ging’s

Problem 2: Speichern verweigert

Kurz nach dem Schockmoment mit dem Auslöser verweigerte die CF-Karte die Speicherung der Bilder. Auch hier half ein kurzer Neustart. Ob mir Bilder dadurch verloren gingen, kann ich nicht sagen. Denn ich habe in dieser Situation Dauerfeuer gegeben, um die Party einzufangen.

Ich hoffe, diese Zickereien sind nur dem Dauereinsatz geschuldet. Zum Glück habe ich dadurch keine wichtigen Moment verpasst. Aber ich behalte dies kritisch im Auge.

Fazit

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit der neuen Kamera. Immerhin kam ich von einer sieben Jahre alten Canon EOS 7D. Das war schon ein Quantensprung hinsichtlich ISO und Vollformat. Die kleinen Zickereien zum Schluss stören den Gesamteindruck leider doch etwas. Ich hoffe, dass die Canon EOS 5D Mark IV noch lange mein treuer Begleiter in der Hochzeitsfotografie sein wird.

Reportagen mit der 5D Mark IV

Auf meiner Portfolio-Seite unter www.christiantombraegel.de habe ich bereits zwei Hochzeitsreportagen, die ich mit der Canon EOS 5D Mark IV fotografiert habe, veröffentlich. Es sind die Hochzeit „Traumhafte Hochzeit trotz Wetter-Hindernissen“ vom 9. Juni 2017 sowie „Hochzeit mit zauberhaftem Wetterglück“ vom 30. Juni 2017.

 

 

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