Netzwelt

Zieh mich an, Outfittery!

Ich gebe zu: Ich hasse es einzukaufen. Vor allem Klamottenläden betrete ich als Modemuffel nicht wirklich freiwillig. Aber es gibt es zum Glück das Internet. Und den Service Outfittery. Das ist Typberatung für Männer online. Ich habe es mal ausprobiert.

Auf diesen Service habe ich – ehrlich gesagt – gewartet: Ein Dienst, der mir Klamotten liefert, die passen und modisch sind, und für die ich keine Tortour durch überfüllte Klamottenläden an Samstagnachmittagen machen muss. Durch die „Sendung mit dem Internet“ bei Antenne Düsseldorf bin auf Outfittery aufmerksam geworden. Das ist ein junges Startup unternehmen, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, Modemuffel wie mich online beim Kleiderkauf zu beraten.

Virtuelle Typberatung von Outfittery

Zum passenden Outfit geht auf der Webseite von Outfittery in zehn Schritten: So wird gefragt, welchen Stil ich an einem normalen Samstag tragen würde (lässig), welches Auto zu mir passt (Passat), welches Outfit ich im Beruf tragen würde (lässig-schick) oder welche Marken ich bevorzuge.

Dann noch schnell Angaben zum benötigten Kleidungsstück, zum Alter und  – zack – zeigt mir Outfittery das Bild meiner persönliches Styleberaterin. In meinem Fall war das Sara.

Anruf von Sara von Outfittery

Über die Webseite verabrede ich einen Telefontermin mit Sara. Wenige Tage später ruft sie an und wir plaudern ein wenig über meinen Kleidungsstil, auch über große und kleinen Markenlogos, über Lieblingsfarben und über Konfektionsgrößen. Denn Sara will mir eine Box packen mit verschiedenen Outfits.

Eine Woche später kommt ein weißer Karton mit der Post.

Die Box von Outfittery kam mit DHL.

Die Box von Outfittery kam mit DHL.

Voller Spannung öffne ich die Box. Der Inhalt macht einen guten Eindruck. Sauber zusammengeschnürt sind die drei Outfits. Ein Weihnachtsgefühl kommt auf. Mit dabei ein persönlicher Brief meiner Typberaterin Sara.

Inhalt der Kiste mit persönlichem Brief von Sara.

Inhalt der Kiste mit persönlichem Brief von Sara.

Der persönliche Brief von Sara.

Der persönliche Brief von Sara.

Ich probiere die Kleidung aus. Irgendwie ist es so, als wenn Mama Klamotten für mich rausgelegt hat.

Fein säuberlich gepackt waren die Outfits

Fein säuberlich gepackt waren die Outfits

Zwei Chinohosen und eine Jeans sind dabei. Eine etwas spießig wirkende Strickjacke, gut passende, aber eher hässliche Hemden und ein weinrotes Sacko werfe ich über. Als Schuhe liegen braune Sneakers von Boss & Orange bei. Sogar Socken von Tommy Hilfiger und ein Ledergürtel von Lee sind in der Box. Der beiliegende und wirklich tolle Wollmantel passt leider nicht. Seht selbst meine verschiedenen Outfits:

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Was ich behalte, was zurück geht

Ich entscheide mich schließlich für den wirklichen schicken navy-blauen Strickpullover von Ben Sherman (69,95 Euro), das passende orange T-Shirt von Selected Home (14,95 Euro), die blaue Chino-Hose von edc (69,95 Euro) und den braunen Lee-Gürtel (39,95 Euro).

Alle anderen Sachen passen nicht, waren nicht, was ich gesucht habe, oder es stimmte wie bei den Socken das Preis-Leistung-Verhältnis nicht. Sie wandern wieder in die Box und gehen per Post zurück an Outfittery. Bei den Schuhen von Boss & Orange (149,95 Euro) habe ich lange überlegt, mich aber dann doch auf Grund des etwas hohen Preises zum Rückversand entschlossen.

Hätte ich alle Sachen aus der Box behalten, hätte ich 1665 Euro an Outfittery überweisen müssen. Nun habe ich aber 195 Euro zu zahlen. Großes Plus: Für die Beratung zahle ich nichts extra.

Fazit

Ein Versuch ist Outfittery auf jeden Fall wert. Vielleicht versuche ich den Dienst noch einmal und bin etwas experimentierfreudiger bei der Stil- und Markenwahl. Denn alles, was in der ersten Box geliefert wurde, kannte ich schon von Shoppingtouren durch die Klamottenläden der Umgebung. Und darauf habe ich bekanntlich keine Lust.

Update 07.11.2012, 17:00 Uhr: Im ursprünglichen Beitrag hatte ich geschrieben, dass ich noch auf einen Anruf von der Typberaterin warte. Das ist mittlerweile geschehen. Sie hat mich gefragt, warum ich manche Teile zurückgeschickt habe und ob sie mir eine neue Box schicken dürfe. Natürlich darf sie das. Allerdings warte ich dafür auf die nächste Frühjahrssaison.

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Lesetipp: Info-Broschüre zu sozialen Netzwerken

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) bringt zusammen mit der Kommunaltreuhand Deutschland eine wirklich gute Arbeitshilfe zum Thema „Städte und Gemeinden in sozialen Netzwerken“ heraus. Die Broschüre erscheint Anfang September und ist von 15 Euro beim NSGB erhältlich. Warum ich dafür Werbung mache? Ganz einfach: Ich habe als Praktiker einen Gastbeitrag für die Broschüre verfasst.

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Re:publica: Kick it like Seibert

Der Regierungssprecher Steffen Seibert twittert. Das hat bei der eingefahrenen Hauptstadtpresse für Verwirrung gesorgt. Sollten sie künftig nicht mehr als Erste erfahren, wann was wo die Kanzlerin tut? „Ich müsste mich eher dafür rechtfertigen, es nicht zu tun“, sagte Seibert auf der größten deutschen Internetkonferenz re:publica in Berlin, die am 4. Mai zu Ende ging. Merkels Sprecher hat seinen Job verstanden: „Ich will über die Arbeit der Bundesregierung informieren – und das über alle verfügbaren Kanäle.“ Seiberts Beispiel sollten Öffentlichkeitsarbeiter und dienstliche Kommunikatoren folgen.

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Soziale Medien sind ein Prozess, kein Projekt

Soziale Medien sind hip, soziale Medien sind modern. Wer sich als öffentliche Einrichtung in sozialen Medien tummelt, gibt klar zu verstehen: Ich bin auf der Höhe der Zeit. Das ist der Grund, warum viele Verwaltungen sich ins soziale Web stürzen. Doch wer den ersten Schritt geschafft hat, eine Facebook-Seite erstellt oder einen Twitter-Account aktiviert hat, den holt oft der Alltag wieder ein. Beim Europäischen Verwaltungskongress in Bremen  am 15. März 2012 sagten Marc Gross und Andreas Pamp von der KGSt den richtigen Satz: „Social Media darf in den Öffentlichen Verwaltungen nicht als Projekt, sondern muss als kontinuierlicher Prozess betrachtet werden.“ Vollkommen richtig. Nur benötigten diejenigen, die sich mit den Netzwerken beschäftigen, Ausdauer. Unbequeme Diskussionen um den Datenschutz oder ein Aufmarsch der Trolle darf sie aber nicht abschrecken. Ich habe die ersten ein bis anderthalb Jahre als Social-Media-Manager einer Kommune in einer Grafik dargestellt.

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Beispiel ING-DiBa: Was tun, wenn die Fanpage gekapert wird?

Die ING-DiBa wird gerade mit der Schattenseite der sozialen Netzwerke konfrontiert. Mit Bezug auf einen Werbespot der Bank entbrannte auf deren Facebook-Seite eine heftige Debatte zwischen Fleisch-Verzichtern und Fleisch-Liebhabern. Die Diskussion ist in den vergangenen Wochen eskaliert. Vegetarier, Veganer und Fleischgenießer führen auf der Plattform einer Bank eine Diskussion, die nichts mit den Geschäften des Unternehmens zu tun hat. Allerdings kann die öffentlich sichtbare Diskussion dem Image der Bank nicht zuträglich sein. Der Rechtsanwalt Thomas Schwenke fordert die Betreiber der Fanpage daher auf, vom virtuellen Hausrecht gebrauch zu machen und die Diskussion zu beenden. Auf welcher rechtlicher Grundlage das steht, begründet er im Blog der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke und Dramburg.

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