TOMBOgrafie ist wieder da

TOMBOgrafie ist zurück. Sechs Wochen lang war die Domain nicht erreichbar. Schuld war der Umzug, sowohl offline als auch online. Der Oldenburger Telefonanbieter EWEtel hat meinen Telefonanschluss und die dazu gehörige Verbindung in Internet sowie alle meine Nutzerdaten gelöscht. Sie hatten nämlich festgestellt, dass der Anschluss in meiner neuen Wohnung belegt ist. Dass mein Vormieter auch Kunder der EWEtel war und der technische Support einfach hätte ein Häkchen an die richtige Stelle hätte setzen können, leuchtete den Damen und Herren vom „Kundenservice“ nicht ein. Da halfen auch keine Erklärungen am Telefon oder Bittbriefe. Aber jetzt ist TOMBOgrafie wieder da, auf einem neuen Server Und weg von der EWEtel.


Ich wollte doch nur umziehen

Was war geschehen? Zum 1. Januar 2011 zog ich in eine neue Wohnung – mit schön viel Platz zum Arbeiten. Wie es sich gehört, habe ich schon acht (!!) Wochen VOR meinem Umzug der EWEtel erklärt, dass ich gerne meinen Anschluss samt Telefonnummer, E-Mail-Adresse etc. mitnehmen möchte.  Antwort von der EWEtel (sinngemäß): „Kein Problem, wird gemacht.“ Der Umzug fand dann wie geplant statt. Und die Kiste mit dem Telefon und dem DSL-Anschluss-Teilen stand schon griffbereit. Am 3. Januar – so ließ mich EWEtel hoffen – sollte dann der Anschluss geschaltet werden. Pustekuchen! Am 4. Januar kam die Erklärung per Post. „Ihrem Wunsch nach einem EWEtel-Anschluss können wir leider nicht entsprechen“, hieß es darin. Warum? Die Telekom teilte mit, der Anschluss sei belegt. EWEtel glaubte das, prüfte allerdings nicht, ob vielleicht ein bestehender Kunde auf der Leitung parkt. Das hätte mir und letztlich auch der EWEtel einigen Ärger erspart. Ein erste von vielen Anrufen beim so genannten „Kundenservice“ gab mir dann aber Grund zur Hoffnung. „Ihr Vormieter ist ja auch Kunde bei uns, dann können wir den Anschluss ja übernehmen“, sagte mir eine Kundenbetreuerin. Schön, dachte ich mir. Doch die Ernüchterung folgte am 19. Januar – wieder per Post.

Wunschgemäße Kündigung?

„Sehr geehrter Herr Tombrägel, wunschgemäß bestätigen wir Ihnen die Kündigung…“. Ich dachte, ich bin im Film. Ich habe NIEMALS eine Kündigung bei der EWEtel eingereicht – weder per Telefon, noch per E-Mail, noch per Fax, noch per Post. Ich will doch Kunde bleiben. Schließlich habe ich so eine schöne Telefonnummer. Interessant ist auch: Am 19. Januar schreibt mir die EWEtel, dass mein Vertrag zum 3. Januar gekündigt wurde. Aha. Zwischenzeitlich konnte ich auch nicht mehr ins Internet. Das war mit meinen alten Anschlussdaten noch bis Mitte Januar möglich – auf der Leitung meines Vormieters, die ja noch bestand, obwohl er gekündigt hatte. Scheinbar ging da eine Kündigung nicht so schnell wie bei mir. Ein erneuter Anruf beim „Kundenservice“ brachte auch keine neue Erkenntnis. „Tut uns leid, aber kein Anschluss, kein Kunde, kein Internet“, hieß da sinngemäß. Aber der Herr bei der – zum Glück – kostenfreien Hotline gab mir einen Tipp. Ich sollte meinem Vormieter sagen, er möge bei der EWEtel anrufen und mündlich bestätigen, dass ich seinen Anschluss übernehmen darf. Und so ist es dann auch geschehen. Doch wahrscheinlich ist mein Vormieter bei einer anderen Stelle im Oldenburger Kundencenter gelandet. Jedenfalls sagte er mir, dass die EWEtel keine Anschlussübernahme einrichten könne. Davon wollte ich mich dann noch einmal persönlich überzeugen und habe wieder bei der EWEtel angerufen. Dort sagte man mir, eine mündliche Zusage des Vormieters reiche nicht, ein Fax aber – unterschrieben von beiden – könnte aber zum Erfolg führen.

Ein Fax ohne Wirkung

Ich schrieb also einen netten Brief an die EWEtel, schilderte darin mein Maleur, beantragte eine Übernahme des Anschlusses – schnellstmöglich – und ließ es vom Vermieter unterschreiben. Wie empfohlen ging es per Fax an die EWEtel. Doch zwei Wochen rührte sich nichts.

Mittlerweile war es Februar – vier Wochen nach meinem Umzug. Und ich versuchte es erneut bei der Kundenhotline. „Ja, ihr Fax ist eingegangen“, sagte mir die Dame am Telefon. Doch machen können sie wohl nichts. Sie leite aber den Vorgang an ihre Vorgesetzten weiter. Warum erst jetzt? Keine Antwort.

Zwei Wochen später bekam ich dann wieder Post aus Oldenburg. „Am 16. Februar wird mein Anschluss geschaltet“. Zwischenzeitlich wurde nämlich die Kündigung meines Vormieters wirksam. Ob ein Techniker zur Schaltung rauskommt und ich persönlich anwesend sein muss? „Wissen wir nicht“, sagte mir der „Kundenservice“. Die Nummer hatte ich bereits auf Kurzwahl gespeichert. Ich nahm mir also für den Mittwoch (16. Februar) frei. Schließlich kommt ja ein Mann von der EWEtel, wie schon bei meinem ersten Anschluss.

Doch am Samstag (12. Februar) erhielt ich wieder Post. Diesmal wurde als Anschlusstermin der 14. Februar genannt. Der darauf folgende Montag. Freien Tag verschieben? Nicht mehr möglich. Einen Schlüssel bei den Nachbarn hinterlegen aber schon.

Am 14. Februar dann sollte zwischen 8 und 13 Uhr der Anschluss frei gegeben werden. Pünktlich um 13.11 Uhr war es dann soweit. Ich hatte Telefon. Aber noch keine Verbindung ins Internet, obwohl ich meine Zugangsdaten korrekt eingegeben hatte. Also: Anrufen beim „Kundenservice“ – mal wieder.

Herr Müller vom technischen Support

Ich strandete beim technischen Support und hatte sofort das Gefühl: Hier bin ich richtig. Herr Müller nahm sich meines Problems an, erklärte mir, dass ich eine 1 hinter meinen Benutzernamen setzen sollte – warum auch immer – und schon konnte ich ins Internet. Meine E-Mail-Adresse, die EWEtel zwischenzeitlich auch gelöscht hatte, wurde mit Hilfe Herrn Müllers auch wieder aktiv. Nur die Domain TOMBOgrafie blieb in Geiselhaft.

Ich wollte mit TOMBOgrafie weg von der EWEtel. Zu unsicher die Verbindung, zu gering der Speicher, zu schlecht die Performance. Ich stellte also einen KK-Antrag auf Mitnahme der Domainadresse zum neuen Anbieter All-Inkl.com. Doch dieses Fax mit dem Antrag schien auch ins Leere zu laufen in Oldenburg.

Doch diesmal wollte ich nicht mehr in die Hotline-Falle geraten. Ich schrieb E-Mails. Vier Stück insgesamt. Das half. Wenige Tage nach meiner Freischaltung erhielt ich den benötigten Auth-Code und konnte TOMBOgrafie.de wieder online schalten.

Allerdings klappte der Umzug nicht reibungslos. Einige Daten gerieten in der EWEtel-Datenbank wohl durcheinander. Deswegen baue ich die Seite nach und nach mit den alten Beiträgen wieder auf.

Ein Kommentar zum Schluss

In den 90er Jahren gab es bei RTL die Sendung „Wie Bitte?“ Dort wurde kuriose Beispiel für Irrsinn von Behörden und Firmen auf die Schippe genommen. Meine Disput mit der EWEtel wäre ein toller Fall für die Show gewesen.

Views 3469
Likes 0